Fortbildungskampagne öffentliches Recht
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Unser Wissensvorsprung ;-)

14. Dezember 2023

KOMMENTAR (zum Jahresende)

von Till Spurny

Wie alles im Leben, so hat auch die Seminarorganisation zwei Seiten. Die Kehrseite vorweg: Ein Seminarveranstalter wird nie ausreichend eigene Expertise aufbauen, um in bestimmten Fachgebieten eigene Beratungsleistungen anbieten zu können. (Wohingegen es für Beratungsunternehmen verhältnismäßig einfach ist, Seminare anzubieten, wenngleich diese oft zu reinen Werbeveranstaltungen verkommen).

 

Doch nun zur vorteilhaften Seite: Wir als Fortbildungskampagne haben in der Tat einen Wissensvorsprung!

 

Wer im Jahr rund siebzig Praxisseminare durchführt und dafür vielleicht zwei oder drei Mal so viele Ideen recherchiert und gegebenenfalls wieder verwirft, der kann schließlich auf ein ereignisreiches Jahr zurückblicken und anerkennen, Einsichten generiert zu haben, die den Zustand, die reale Situation und Trends im Land abbilden.

 

Wie bereits erwähnt, im Grunde kann jede und jeder Seminare anbieten. Das führt jedoch dazu, dass im öffentlich zugänglichen Angebot die Trennlinien zwischen politisch gewollten und geförderten Themen, kommerziell und industriell entwickelten Themen und solchen, die tatsächliche Bedarfe widerspiegeln, verschwimmen. Diese Unterschiede sind für Kunden oftmals kaum erkennbar. Durch den Blick hinter die Kulissen können wir aus Veranstaltersicht jedoch wahrnehmen und beobachten, inwiefern sich politisch gewollte Themen am Markt durchsetzen und tatsächlich umgesetzt werden.

 

Ein Beispiel gefällig: Wie denken Sie beispielsweise über die E-Mobilität?

 

Die Beschleunigung von Genehmigungsverfahren, der Ausbau erneuerbarer Energien, die Installation von E-Ladesäulen in großem Maßstab - sind das Stichworte, die Sie eher mit 'politisch gewollt' oder dem 'Bedarf in der Praxis' verbinden? Natürlich geht es nicht darum, mit einer schwarz-weißen Brille auf solche Fragen zu blicken! Hinsichtlich der praktischen Umsetzung und der damit verbundenen Anforderungen und Bedarfe geht es um etwas viel Wichtigeres. Es geht um den feinen Unterschied zwischen "etwas wollen, weil es gewollt wird" und "etwas wollen, weil es gebraucht wird". Ersteres spiegelt eine fremdbestimmte Haltung wider, letztere zeugt vom Anerkennen von Notwendigkeiten.

 

Die Fortbildungskampagne öffentliches Recht richtet sich an Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Organisationen jeglicher Größenordnung in Deutschland - von der Kommune bis zum Bundesministerium. Das erfüllt mich mit Stolz und Freude. Und es ist mit Blick auf die soeben beschriebene feine Trennlinie zwischen externer und intrinsischer Motivation völlig bedeutungslos, wie groß oder klein die Organisationen unserer Kunden sind. Denn ob jemand für ein Thema brennt oder nicht, hängt nicht davon ab, ob er oder sie für einen bestimmten Arbeitgeber arbeitet. Auf allen Ebenen erleben wir Menschen, die sich in ihrer beruflichen Laufbahn mit oftmals äußerst schwierigen Herausforderungen beschäftigen müssen, die oftmals Jahre- oder gar Jahrzehnte-lange Erfahrungen gesammelt haben, die eine unglaubliche Beständigkeit und Resilienz entwickelt haben und die sich gewiss nicht für dumm verkaufen lassen! Dafür bin ich dankbar.

 

Und deswegen erfüllt es mich mit Spannung und Begeisterung, wenn ich auf die übergroße Deutschlandkarte blicke, die in unserem Büro hängt. Nicht nur die großen Häuser, Universitäten, Behörden und Organisationen, sondern auch jedes Landratsamt auf dieser Karte, jede Kommune und all die Menschen, die ein aktiver Teil der Transformation sind, alle die Genannten sind potenziell Menschen, die im Rahmen eines Praxisseminars der Fortbildungskampagne zusammenkommen und sich austauschen können! Das wiederum erfüllt mich mit Staunen und Ehrfurcht.

 

Auf ein gesundes und wunderbares neues Jahr 2024!


Berlin, im Dezember 23

Till Spurny

Für weitere Informationen und Fragen wenden Sie sich bitte an: 


Constanze Korb

Fortbildungskampagne öffentliches Recht

Presse und Kommunikation


Tel.: +49 (0) 30 89 56 27 13

E-Mail: presse@fortbildungskampagne.de


Über Fortbildungskampagne öffentliches Recht:


Die Fortbildungskampagne öffentliches Recht wurde 2019 in Berlin gegründet und erweitert das Weiterbildungsangebot im öffentlichen Sektor durch effiziente Veranstaltungen im Hybrid-Format. ExpertInnen aus der Praxis, aus Forschung und Lehre und dem Rechtsbereich vermitteln ihr fundiertes Wissen im Rahmen von Seminaren und Inhouse-Schulungen. Die Veranstaltungen bieten einen direkten Austausch mit den ReferentInnen vor Ort und online.


Die Fortbildungskampagne eruiert über fortlaufende Recherchen und den ständigen Austausch mit ExpertInnen und Institutionen den tatsächlichen Fortbildungsbedarf an aktuellen und praxisrelevanten Themen. Sie versteht sich als eine innovative Plattform für Wissenstransfer, deren Angebot die öffentliche Hand aktiv mitgestalten kann. 

31. März 2025
Meinungsbeitrag: Till Spurny Ein Wort wie „Entmenschlichung“ brachte man bis vor kurzem allenfalls mit den Verbrechen des Nationalsozialismus in Deutschland in Verbindung. Inzwischen werden jedoch von der amerikanischen Regierung Pressefotos verbreitet, auf denen Menschen in Gefangenschaft gezeigt werden, mit kahl geschorenen Köpfen, unwürdig in eine gebeugte Haltung gedrückt, um die „erfolgreichen Deportationen“ aus den USA zu belegen. Das ist ein Beispiel für Entmenschlichung, einer Vorstufe zu noch mehr Entwürdigung und roher Gewalt. Dass die aggressive Rhetorik und die dazugehörenden Handlungen der US-Regierung (Stichwort: Yemen) wie eine Gewaltankündigung verstanden werden können, zeigt nicht zuletzt ein aktuelles Zitat von Warren Buffet, in dem er die Erhebung von Zöllen als „Kriegshandlung“ bezeichnet (Tariffs are 'an act of war ', W. Buffet). Warum ist das relevant, wenn man zum Beispiel gerade dabei ist, die Digitalisierung voranzutreiben und Prozesse durch Technologie, Software und KI zu vereinfachen? Die Beobachtung dieser schleichenden Entmenschlichung ist deshalb relevant, weil wir uns in Deutschland bereits in einer Situation wiederfanden, in der die Puzzleteile und Einzelereignisse retrospektiv rekonstruiert werden mussten, um die größte Katastrophe unserer Geschichte zu erklären. Im Rückblick wurde dann schrittweise erklärbar, wie es zu einer Situation kommen konnte, in der Menschen nicht mehr Menschen waren. In der Rückschau konnte man dann den Stellenwert einzelner Ereignisse bewerten und konkret aufzeigen, wie letztlich eines zum anderen führen konnte. Auch wenn heute niemand sagen kann, in welche Zukunft wir uns konkret bewegen, mit welcher Überschrift das gegenwärtige Kapitel in den Geschichtsbüchern einst überschrieben sein wird, so ist doch spürbar, dass dies ein historischer Moment ist. Werden neue Technologien und Innovationen vor diesem Hintergrund stets mit einer positiv besetzten Vorstellung von Fortschritt und Entwicklung verbunden bleiben? Oder ist es denkbar, dass zum Beispiel künstliche Intelligenz einst mit Kontrolle, Herrschaft und Macht in Verbindung gebracht wird? Das darf man durchaus fragen, angesichts einer nahezu vollständig selbstverständlichen und weitreichenden Technologieabhängigkeit. Wem das gänzlich abwegig erscheint, der möge sich fragen, wie es der Technologie-Industrie bisher gelungen ist, Produkte an hunderte Millionen oder gar Milliarden von Kunden zu verkaufen und gleichzeitig die negativen Konnotationen aus Orwell's 1984 und anderen Fiktionen zu vermeiden. Es ist durchaus bezeichnend, dass Jensen Huang, Gründer und CIO von NVIDIA, dem wichtigsten Hersteller von KI-Prozessoren der Welt, kürzlich eine Kollaboration im Bereich Robotics zwischen NVIDIA, Open AI und Disney Research verkündet hat. Das lässt erkennen, dass man auch für ernsthafte KI-gestützte Roboter-Technologie offenbar ein Unternehmen wie Disney benötigt, das den Maschinen Töne, Geräusche und Gesten einverleiben kann. Damit wird uns Menschen das Gefühl vermittelt, es mit intelligenten Wesen zu interagieren anstatt mit Plastik- und Aluminiumkästen und Kupferdrähten. Im besten Fall unterstützt uns die Technologie darin, einfach menschlich zu sein - eben Mensch zu sein. Doch das bedeutet auch, dass wir aufhorchen sollten, wenn die Grenze zur Entmenschlichung überschritten wird.
17. Februar 2025
Lebenslang lernen - Fluch oder Segen?
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